Aug 27, 2007

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Afghanistan debate Dortmund

Greens in NordRhein-Westfalen organize a debate about the situation in Afghanistan on Sunday the 2nd of September in Dortmund (Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V., Steinstrasse 48, 44147), start at 13.00 hrs. .

Experts and green politicians will speak about different issues: the economic situation, the position of the Taliban, and the possible role of Germany in this conflict.

If you wish to participate mail to Veronika Hentschel: hentschel@gruene-nrw.de

More information: the complete program (in german)

Grüner Ratschlag Afghanistan

Programm (vorläufig):   Stand 22.8.07 , 12:46

Sonntag, den 02.09.2007 in der Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V., Steinstrasse 48, 44147 Dortmund

13:00

Grußwort - Arndt Klocke (Landesvorsitzender Grüne NRW)

13:10 Uhr

Warum wenden sich die Menschen den Taliban zu ?

Ulrich Fischer, Vorsitzender der Internationalen Helsinki Föderation für Menschenrechte, Wien

Kerstin Müller MdB, Bündnis 90 / Die Grünen , Staatsministerin a.D.
Moderation: Dr. Diana Siebert, Sprecherin LAG Europa, Frieden, Internationales Grüne NRW

 

Als die Taliban seit 1994 von Pakistan aus Afghanistan nach und nach bis zu 90% Afghanistans  eroberten, galten sie Beobachtern als der afghanischen Kultur Fremde. Aber ohne – freiwillige oder unfreiwillige – Unterstützung aus der Bevölkerung könnten auch heute wieder die Taliban keinen Boden gewinnen. Warum also wenden sich Menschen den Taliban zu?

Weil die Taliban unter Drohungen für Leib und Leben dazu gezwungen haben? Weil sie unter den Warlords, von denen ja so einige im Parlament sitzen, noch mehr gelitten haben oder diese zumindest keine Alternative darstellen? Weil “die Amis” in ihrer großkotzigen Besatzerart als bekämpfenswert gelten? Weil sie grundsätzlich gegen ausländische Truppen sind? Weil es ihnen unter den Taliban materiell besser geht? Oder weil die Menschen die verabscheuungswürdigen “kulturellen” Werte der Taliban und die von ihnen vorgesehene untergeordnete Rolle der Frauen wirklich schätzen?

Haben die Taliban noch dieselbe Ideologie, denselben Politikstil und dasselbe Durchschnittsalter wie vor zehn Jahren? Was sagen die Taliban in ihren Radiostationen? Wer sind “die Taliban” überhaupt?

14:10 Uhr

Mohnokultur ? – Ressourcen, Wirtschaft und Finanzen im fünftärmsten Land der Erde

Filmvorführung

Uwe und Astrid Sauermann, JournalistInnen, haben kürzlich Afghanistan bereist und Filmmaterial zum Mohnanbau gedreht

Ute Koczy MdB, Bündnis 90 / Die Grünen
Moderation: Stephan Hense, Sprecher LAG Europa, Frieden, Internationales Grüne NRW

Wenn die Waffen sprechen oder zu sprechen drohen, bleiben oft die wirtschaftlichen und geldlichen Mechanismen unbeachtet. Wie finanziert sich der afghanische Staat und seine Verwaltung eigentlich? Und wie finanzieren sich die Taliban oder Kriegsherren wie Hekmatyar?

Am Anbau von Opium (90% der Weltproduktion) verdienen mehr oder weniger alle politisch-militärischen Kräfte. Andererseits bauen nicht mehr als 25% der Bauern Opium an. Ist der großflächige Aufkauf der Mohnproduktion die Lösung? Wovon kann frau und man in Afghanistan sonst noch eigentlich leben? Ist Afghanistan 5 Jahre nach Ende des Flächenkriegs noch eine Kriegsökonomie?

15:10 – Pause mit Imbiss
gleichzeitig: Fotoserie von Cornelia Brinkmann über Peace-Building-Training in Badakhshan

15:30 Uhr

3. Der zivile Aufbau – wie machen?

Barbara Unmüßig - Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung (Berlin/Kabul)

Selmin Çalıs¸kan - Medica Mondiale (Köln)

Peter Adler mit Nasir Nizary, Projektleiter in Charikar (Provinz Parwan)

– Deutsch-Afghanische Initiative Freiburg

Cornelia Brinkmann, friedenspolitische Beraterin, Ziviler Friedensdienst-Projekt für DED in Provinz Badakhshan.

Moderation: Sven Lehmann, Landesvorstand Grüne NRW

Wie kann angesichts dieser Lage der von außen initiierte und gestützte zivile Aufbau vonstatten gehen? Warum hat Präsident Karsai die Aufbauprogramme kritisiert? Sind sie effektiv oder wenigstens zielführend? Wie ist das Verhältnis von Input zu Output? Kann es ein Mehr an zivilem Aufbau ohne ein Mehr an Militär geben, und wenn ja, wie? Sollen angesichts der gegenwärtigen fragilen afghanischen Staatlichkeit Aufbau- und Hilfsprogramme über den – zu stärkenden – Staat, oder im Gegenteil gerade am – korrupten – Staat vorbei ausgeführt werden? Lässt es sich vermeiden, dass über die Hälfte der Gelder für die Verwaltung der ausländischen Organisationen und ihrer BeraterInnen selbst verbraucht wird? Sollen die ausländischen, darunter die deutschen Mittel für Afghanistan aufgestockt werden? Gibt es Best-Practice-Lösungen? Unter welchen Bedingungen gibt es Erfolge, unter welchen Misserfolge beim zivilen Aufbau? Wo müssen grundsätzlich Abstriche hinsichtlich erwarteter Erfolge gemacht werden?

16:30

4. Abschlussdebatte: Grüne im Dialog
Von sauberen und schmutzigen Lösungen.

Wie weiter mit Afghanistan? „Raußer oder Reiner“?

Citha Maaß - Stiftung Wissenschaft und Politik

Winfried Nachtwei MdB , Bündnis 90 / Die Grünen

Ulrich Fischer, Vorsitzender der Internationalen Helsinki Föderation für Menschenrechte, Wien
Claudia Roth, Bundesvorsitzende Bündnis 90 / Die Grünen

Moderation: Daniela Schneckenburger, Landesvorsitzende Bündnis 90 / Die Grünen  NRW

“Militärisch kann dieser Krieg nicht gewonnen werden.” Was für ein Krieg ist das denn? Welche Rolle spielt die Wirtschaft, welche die Ideologien? Kann mehr Militär mehr Sicherheit bieten und die UN-Resolution erfüllen, die ja die Grundlage für die außenpolitischen Truppen sind?

Längst gibt es Verhandlungen nicht nur mit “gemäßigten”, sondern auch mit den “richtigen” Taliban. Ist eine undemokratische, die Frauenrechte missachtende, “saudi-arabische” Lösung für Afghanistan um den Frieden willen akzeptabel? Oder soll an Demokratie, insbesondere Frauenrechten festgehalten werden, wie es – bei gleichzeitig gültiger Scharia – in der Verfassung von 2004 festgelegt ist? Aber wie soll das mit einem Parlament geschaffen werden, in dem die wenigsten Demokraten, aber nicht wenige Ex-Warlords sind?

Und schließlich natürlich: soll dies alles mit mehr oder weniger ausländischen Soldaten versucht werden zu erreichen?

OrganisatorInnen:

Diana Siebert, Köln, gruene@diana-siebert.de, Tel.: 0221 / 972 78 88, 0178 / 322 70 05

Stephan Hense, Münster, stephan-hense@gmx.de

Peter Alberts, Münster, alberts@gruene-muenster.de, 0251 / 248 92 39
Veronika Hentschel hentschel@gruene-nrw.de , LGS

Zur besseren Planung ist eine Anmeldung zum Ratschlag erwünscht unter  hentschel@gruene-nrw.de. [oder gruene@diana-siebert.de ?] . Nach der Anmeldung werden auf Wunsch Fakten und Daten  über die PodiumsteilnehmerInnen und ihre Projekte zugesandt.

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